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 Nirgendwo ist es perfekt!

Obwohl ich eigentlich nie von zu Hause weg wollte, bin ich seit schon 20 Jahren in der Welt unterwegs und weg von zu Hause.

Die ersten 10 Jahre habe ich in unterschiedlichen Orten in Deutschland gelebt und gearbeitet.  Die zweiten 10 Jahre bin ich mit meinem Mann und seit sieben Jahren auch mit Kind im Ausland unterwegs.

Ein Erfahrung die ich auf gar keinen Fall missen möchte. Ich bin unendlich dankbar für die unvergleichlichen Erfahrungen und wertvollen Eindrücke. Es sind die Menschen die das Leben und den Ort ganz besonders machen. Und heute fühle ich mich in der Welt zu Hause, und nicht unbedingt an einem bestimmten Ort.

Ob ich das eine Lieblingsland habe, weiss ich nicht so ganz genau. Kein Land und Ort ist so, dass es perfekt ist oder besser ist als das andere. In jedem Land sind die Lebensumstände unterschiedlich, weil auch die Rahmenbedingungen unterschiedlich sind. Sei es zum Beispiel nur so etwas scheinbar Unwichtiges wie das Wetter. In jedem Land gibt es schöne und andere Dinge die man woanders nicht erlebt hat und die das Leben bereichern.

Manchmal denke ich, wie es wäre, könnte man alles Positive aus den einzelnen Ländern bündeln und dann das eine perfekte oder zumindest ideale Land daraus machen. Aber wahrscheinlich wäre das auch langweilig. Nichts, was es dann noch zu entdecken gäbe, vielleicht würde man das Gefühl der Wertschätzung verlieren, weil alles was man gerne hat ja da ist. Und es gäbe auch nichts mehr worüber man sich „aufregen“ könnte bzw. debattieren könnte.

Jedes Land ist auf seine eigene Art schön und gleichzeitig challenging.

In China zum Beispiel, unsere erste Station unseres Auslandslebens habe ich so Vieles gelernt. Vieles war für mich persönlich damals sehr unbequem, hat mich aber nachhaltig extrem positiv beeindruckt und bereichert.

Ruhe bewahren, zu lernen das man nicht alles selbst kontrollieren kann, und dem Prozess zu vertrauen, und auch Hilfe annehmen. Banale Alltagsdinge haben teilweise unendlich viel Zeit gekostet oder man konnte sie schlichtweg nicht alleine erledigen und braucht Hilfe. Alleine das Prepaid-Konto meines Handy’s aufzuladen hat dazu geführt, dass ich bis heute tunlichst vermeide zu sagen „dass mache ich jetzt mal schnell zwischendurch“. Ich konnte drauf wetten, dass es dann extra lange dauert und gefühlt der Tag vorbei war wenn ich damit fertig war.

Non-verbale Kommunikation und lernen sich zu verständigen und mit Menschen zu verstehen, auch wenn man nicht die gleiche Sprache spricht. Generell Hemmungen abbauen eine Sprache nicht perfekt sprechen zu können und sich anzueignen wie ein Kind sprechen zu lernen und den Wortschatz zu erweitern.

Seinem Instinkt zu vertrauen, wenn man sich komplett auf unbekanntem Terrain bewegt. Und ganz besonders habe ich in China gelernt damit umzugehen Eine von Vielen zu sein. Den, für uns (Westliche) so wichtigen Individualismus zu hinterfragen, ob wir denn wirklich so individuell sind wie wir denken es zu sein?

Singapur steht für mich immer für Veränderung. Schon damals in 2013, als wir zum ersten Mal hier waren, genauso wie jetzt. Besonders in 2013 hat sich so Vieles für mich ergeben und verändert von dem ich heute sage, dass war der Beginn von etwas ganz Neuen – damals wie heute.

In 2013 kam meine Tochter hier in Singapur zur Welt und weitere drei Monate später fand ich mich vor einer lebensverändernden Entscheidung.

Nachdem ich China nicht arbeiten konnte, hatte ich nun hier die Möglichkeit für meinen Traumarbeitgeber zu arbeiten. Allerdings Vollzeit. Arbeitszeit 8 bis 17 Uhr, Arbeitsweg noch nicht mit berücksichtigt, sowie Arbeitszeit Abends und am Wochenende. Kind gerade mal 3 Monate alt. Und ich zudem völlig unerfahren als Mutter, und auch in dem Arbeitsbereich. Dazu neue Kultur, Arbeitskultur, Englisch als Arbeitssprache war ich auch nicht gewohnt und und.

Eine ganz klare, bewusste und gemeinsame Entscheidung meines Mannes und mir dafür es auszuprobieren. Alles anders als jemals gedacht. Komplett andere Lebensumstände wie man es von zu Hause kennt. Einmal mit voller Wucht raus aus der Komfortzone – in allen Bereichen. Es ausprobieren. Wenn es nicht klappt, hätte ich den Job an den Nagel gehängt. Kind hat schliesslich Priorität. Aber es kann ja durchaus auch alles gut klappen. Und so war es dann auch. Mit allen Höhen und Tiefen. Klare Entscheidung für Veränderung und machen. Dafür steht für mich Singapur. Und ich wäre heute nicht da wo ich bin, hätten wir es damals nicht so gemacht. 

Genauso wie auch jetzt wieder. Die Welt steckt in der Krise, wir hängen in Singapur fest. Die Lebensumstände haben sich nochmal drastisch verändert. Und wieder ist es unsere klare Entscheidung für Veränderung und zu machen. Das Beste draus zu machen aus dieser Welt-Krise, und für mich persönlich durchzustarten mit meinem Business. Irgendwann werden wir Singapur verlassen und wahrscheinlich sagen, es war eine ganz besondere Zeit, vielleicht sogar eine der Besten die wir als Familie hatten.

Wenn ein Land ganz nah an mein Idealbild von einem Land rankommt, dann ist es wirklich Norwegen. In fast allen Bereichen die das Leben angenehm, bunt, interessant und lebenswert machen. Einen anspruchsvollen Job ausüben und trotzdem ausreichend Zeit für Kind, Familie und sich selbst haben. Gelebte Gleichberechtigung die eine gute Kinder- und Schulbetreuung als einen der wichtigsten Eckpfeiler erkannt hat. Das Leben mit den Jahreszeiten. Aktiver Lebensstil. Frische Luft. Gelebte Kindness. und und und. Man muss schon was dafür tun, um in der Community aufgenommen zu werden, Freundschaften zu schliessen, Respekt zu bekommen. Der Aufwand hat sich gelohnt.

Und ich habe 2019 Norwegen nach fünf Jahren als mein bisheriges Lieblings-Zu-Hause verlassen. 

 

 

 

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